Café Riquet

Schuhmachergäßchen 1 – 3

Das Café »Riquet«

Außenfassade des Café Riquet im Stadtzentrum Leipzigs. Sie ist bestimmt durch ein Potpourri an exotistischen Motiven, die auf die koloniale Handelstradition des Hauses verweisen.

Ein Besuch in Leipzig führt unweigerlich an der Fassade des über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Kaffeehauses »Riquet« vorbei. Inmitten fernöstlicher Schnitzarbeiten werden bis heute Tee, Kakao, Pralinen und andere Spezialitäten angeboten.

Im Jahre 1908 ließ sich das 1745 gegründete, hugenottische Handelsunternehmen hier durch den Architekten Paul Lange ein Verkaufslokal errichten, das sich chinesische Baukunst zum Vorbild nahm. Die aufwändigen Jugendstil-Mosaike bilden bis heute die damals zu Werbezwecken genutzten exotisierenden Darstellungen ab.

Ebenso steht der zum Markenzeichen gewordene Elefant für diese Verbindung von Exotik und »Riquet & Co.«. Die Anziehungskraft des Fremdländischen wirkt bis heute auf die BetrachterInnen. In den aufwändigen Mosaiken wird die Handelstradition der Firma Riquet verarbeitet und bis heute erfolgreich zu Werbezwecken genutzt. Wie in der damaligen Kolonialwarenwerbung üblich, findet man Darstellungen unterwürfiger DienerInnen, die die vermeintliche Überlegenheit der EuropäerInnen in der kolonialen Gesellschaftsordnung anschaulich wiedergeben.

Abbildungen dieser Seite:

links: Jochen Lingelbach

Zum Weiterlesen:

  • Sabine Bauermeister: Die Leipziger Firma »Riquet & Co.« im Spiegel ihrer Anzeigen 1863-1910. Dokumentation und quellenkundliche Auswertung. HTWK (FH) Leipzig, Fachbereich Buch und Museum, Diplomarbeit 2000.
  • -› Kurzfassung online als pdf-Datei [289 kB]